Die Arbeit der Zivilgesellschaft. Kooperationsherausforderungen einer globalen Welt

Von Dr. Ramona Maria Kordesch

 

 

I. Hinführung

Reflektiert man die aktuellen sozialpolitischen Diskurse hin auf ihre öffentliche Rezeption, scheint die Krisenrhetorik von Staaten und Märkten bei gleichzeitiger Aktivierung der Bürger- bzw. Zivilgesellschaft wieder zukunftsfähiges Programm zu sein. Jenseits von wutbürgerlicher Protestkultur auf der einen Seite und noblem Ehrenamtsverständnis auf der anderen, avanciert die Zivilgesellschaft – nachweislich ihrer beispiellosen Leistung unter dem Druck der aufgekommenen Migrationskrise 2015 – zu einer Produktivkraft der Gesellschaft, die zunehmend auch von Seiten des Staates und der Wirtschaft als bedeutende Gestaltungsressource und innovatives Wirkungsfeld der Zukunft wahrgenommen und entdeckt wird.

Diese neue Aufmerksamkeit für eine künftig aktivere Rolle der Zivilgesellschaft ist eng mit drängenden Fragen nach der Distribution gesellschaftlicher Verantwortung, entsprechender Bewusstseins- und Wertebildung sowie mit der Suche nach neuen Formen subsidiär organisierter Daseinsfürsorge verbunden. Wer in diesem Zusammenhang die ordnungspolitische Bedeutung der Zivilgesellschaft als „Zeichen der Zeit“ erkennt, setzt auf Kooperation und stellt die entscheidenden Fragen, die auf die notwendige Neuordnung des Verhältnisses von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hindeuten: Welchen gemeinsamen Beitrag sollen und müssen unterschiedliche Akteure zukünftig leisten – angefangen von der Eigenverantwortung der Bürger und Bürgerinnen selbst, die Politik, die Wirtschaft und ihre Unternehmen, der gemeinnützige Sektor bis hin zur Wissenschaft? Wie sehen die Unternehmen der Zukunft aus und wie lässt sich gesellschaftliches Engagement und nachhaltiges Unternehmertum verbinden? Welche Rolle spielen dabei CSR, Social Business, die ökosoziale Marktwirtschaft und auch die Philanthropie? Und jenseits von Partialzugängen entscheidend: Welche gemeinsamen Plattformen sind notwendig um gesellschaftliche Innovationen kooperativ zu entwickeln und voranzutreiben?

Vorliegender Essay möchte, entlang der Diskussion über die gegenwärtige und zukünftige Rolle einer aktiven Zivilgesellschaft, (1) zur Klärung von Begriff und Konzept von Zivilgesellschaft beitragen und die Rolle der Zivilgesellschaft als strategisches Potenzial zur Weiterentwicklung moderner Gesellschaften des postindustriellen Typs thematisieren (2). Konkret diskutiert der Aufsatz, unterschiedliche Kooperationsherausforderungen zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft, die aus der Perspektive der Institutionenökonomie und der neueren Non-Profit- bzw. Dritter-Sektor-Forschung, gerade im Schritthalten mit den Phänomenen der Globalisierung und Digitalisierung dringlich erscheinen (3). In Zusammenschau möchte der Beitrag auch das theologische Gespräch über aktuelle Fragen und Herausforderungen der Zivilgesellschaft fördern und zu weiteren interdisziplinären Forschungsarbeiten in diesem Feld anregen (4).

1. Wer oder was ist die Zivilgesellschaft?

Ungeachtet der Tatsache, dass Begriff und Konzept von Zivilgesellschaft (civil society) seitens Wissenschaft, Praxis und Politik nicht immer einheitliche Verwendung finden, werden mit dem Begriff „Zivilgesellschaft“ grundsätzlich Formen der Selbstorganisation und des freiwilligen Engagements von BürgerInnen bezeichnet. Zur Zivilgesellschaft zählen demnach spontane gemeinwohlorientierte Zusammenschlüsse, klassische NGOs und NPOs, Bürgerinitiativen und Protestbewegungen, Vereine, Stiftungen, große gemeinnützige Dienstleister und Organisationen der freien Wohlfahrtspflege, ebenso wie gemeinschaftsbildende Vereinigungen, Interessensvertretungen und Themenanwälte (advocacy groups).

Zur Analyse zivilgesellschaftlicher Akteure, aber auch zur Beantwortung der Frage nach einer guten Zivilgesellschaft, haben sich Kriterien wie Respekt, Vertrauen, Pluralität, Gewaltlosigkeit und ein umfassendes Bekenntnis zu Menschen- und Bürgerrechten, der Herrschaft des Rechts, der Demokratie und unterschiedlicher kultureller Traditionen, als brauchbar erwiesen.

Anders aber als oft vermutet oder unterstellt wird, ist Zivilgesellschaft kein normatives Konzept, das nur die oben beschriebenen Institutionen des Gemeinwohls oder des bürgergesellschaftlichen Engagements subsummiert.

Will man die gesellschaftliche Sphäre der Zivilgesellschaft im Sinne einer Bereichslogik aufzeigen, so lässt die Durchmischung von formal organisierten, also institutionell verfassten Organisationen und informellen Zusammenschlüssen, die auf spontanen, menschlichen Engagement beruhen, die eindeutige sektorale Verortung von Zivilgesellschaft nicht gelingen. Es muss also von einem heterogenen Feld oder einer gesellschaftlichen Arena[1]  ausgegangen werden, die von unterschiedlichen Organisationen mit hoher Fluidität geprägt ist. Auf Basis ihrer Organisationskulturen zielen jene auf die Förderung sozialer Kohäsion und wirken sinnstiftend in die Gesellschaft. Man spricht ganz allgemeinen von Akteuren des gemeinnützigen Sektors bzw. intermediären Organisationen.

Mit Blick auf eine Handlungslogik von Zivilgesellschaft lässt sich, etwa mit Ralf Dahrendorf, ein Leithorizont in den Assoziationen des Menschen und unterschiedliche Formen von Vergesellschaftung erkennen[2]. Als Gegenbegriff zur staatlichen Gesellschaft wirkt der freie Gestaltungswille der Bürger strukturgebend. Dass aber in Folge nicht alles Zivilgesellschaft sein kann und auch die Dimension des Öffentlichen als Ganzes für das Verständnis des Konzeptes wesentlich ist, wird initial mit Jürgen Habermas deutlich. Er führte den Begriff der Deliberation[3] in die Theoriebildung des 20. Jahrhunderts zum Konzept der Zivilgesellschaft ein, welcher seither als Ausdruck institutionalisierter, diskursiv strukturierter Beratungs- und Beschlussverfahren innerhalb rechtsstaatlich verfasster politischer Systeme gilt. So definiert Habermas die Gesellschaft zweifach, als „System und Lebenswelt“[4]. Soziale Evolution deutet er demnach als Prozess der Differenzierung dieser beiden Dimensionen. Im Rahmen seiner Krisen- bzw. Konflikttheorie spricht Habermas von einer „Kolonialisierung der Lebenswelt“[5] und bezeichnet mit diesem Vorgang den destruktiven Einfluss ausschließlich selbstregulierter Systeme der Politik und der Wirtschaft auf die Gesellschaft. Die Folgen: Sinnverlust, Anomie und Persönlichkeitsstörung als Konsequenz gestörter Reproduktionsprozesse der Lebenswelt und ihrer vitalen Komponenten.[6]

2. Intersektoralität als Herausforderung von Globalität

Mehr als 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung der Habermas‘schen Theorie des kommunikativen Handelns, sind die sozialen Folgewirkungen von anhaltenden Politik-, Wirtschafts-, und Finanzkrisen deutlicher geworden. Gleichzeitig zeigen sich die gegenwärtigen sozialen Herausforderungen wie Armut, Bildung und Migration als Querschnittsthemen, die den Sozialstaat nicht nur mit Blick auf die Allokation von Ressourcen fordern. Gegenwärtig lassen Umverteilungsdebatten auch auf handfeste Anfragen an gesellschaftlicher Fürsorge schließen, die allesamt nach klaren Zuständigkeiten und Verantwortungsübernahmen fragen. Konkret: Was kann der Sozialstaat zukünftig leisten und an welchen Stellen muss eingespart werden, um das Niveau gesellschaftlichen Fürsorgehandels nach Maßgabe sozialer Gerechtigkeit gewährleisten zu können?

In Folge des Mangels an tragfähigen Konzepten, die die Komplexität sozialer Problemthemen berücksichtigen, zeigen sich im Gleichschritt mit dem (Wieder-)Aufkommen politischer und religiöser Fundamentalismen, die „dunklen Seiten der Zivilgesellschaft“[7]. Die einfachen Lösungen ihrer politischen Proponenten, die ein Wir den Anderen entgegensetzen, erweisen sich meist nur darin konsequent, die Gestaltung einer besseren Gesellschaft als Bringschuld der Anderen zu definieren und die konkrete Zuständigkeit jedes Einzelnen zu negieren: Bin ich die Caritas?

Ein zweiter, gänzlich anderer Zugang zu strukturellen Herausforderungen künftiger Arbeitsteilung im Sozialen lässt sich über den Nexus von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung skizzieren.[8] Beispielhaft stehen die Gegenwartsphänomene der Globalisierung und Digitalisierung für bahnbrechende Innovationen – etwa im Bereich global vernetzter Kommunikationstechnik oder mit Blick auf die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen als Herausforderung des Unternehmertums der Zukunft schlechthin. Mit der Aussicht auf profitable Marktemergenzen, wird das Aussterben ganzer Branchen und dazugehöriger Berufsbilder als disruptiver Prozess gekennzeichnet, während etwa über die Zukunft der Arbeit an sich noch zurückhaltend diskutiert wird.  Auch hier kann gefragt werden: Wer ist zuständig für die nicht-intendierten Folgen technischen Fortschritts? Reicht es wirklich aus, gemeinsam mit staatlichen Aufsichtsbehörden, angesichts bewusst in Kauf genommener Konsequenzen unternehmerischen Handelns, im Sinne von Nachsorge über entsprechende Sozialpläne oder andere Versorgungsmodelle zu verhandeln?

Aktuell gerät empfindlich aus dem Blick, dass es vor allem soziale Innovationen, also „neue Praktiken zur Gestaltung sozialer Veränderung“[9], sein werden, die eine gute Zukunft der Arbeit garantieren. So kann etwa die strategische Koppelung von digitalen Innovationen zur Entwicklung realer Lösungsansätze für soziale Problemthemen als Herausforderung gelten, die gemeinnützige Akteure wie auch Unternehmen mit sozialen Wirkungszielen, im gleichen Maße betreffen und beschäftigen.

Kooperativen Handlungsmodellen für gemeinsame Anliegen des Staates, des Marktes und der Zivilgesellschaft, muss daher eine prinzipielle Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Richtungsentscheidungen vorausgehen. Diese gilt es auf ökonomische und soziale Konsequenzen für die Qualität der Interaktion von Staat, Markt und Zivilgesellschaft hin zu reflektieren.

3. Die Arbeit der Zivilgesellschaft

Unter Hinweis auf die volkswirtschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes für die Organisation des Sozialen, beschränkt sich der Diskurs um die zukünftige Rolle der Zivilgesellschaft in unseren Breitengraden weitestgehend auf die Leistungen und Herausforderungen des gemeinnützigen Sektors.

Über die bloße Würdigung der Arbeit der Zivilgesellschaft, z.B. während der sog. Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hinaus, erfordern jedoch die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um entsprechende Lösungen entwickeln zu können. Getragen von den Triebkräften der Globalisierung und Digitalisierung­, beruhen jene auf solidarischen Konzepten des Lebens und des Wirtschaftens.

Über die bloße Selbstverpflichtung von Unternehmen hinaus richtet sich bspw. die Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN)[10] explizit auch an Unternehmen und Organisationen der Zivilgesellschaft. Insbesondere bei den Themen Arbeit, Bildung, Urbanität und Mobilität verstehen sich die sog. „Sustainable Development Goals“ (SDGs) als gesamtgesellschaftliche Entwicklungsziele. Die Agenda 2030 verweist mit dem siebzehnten und zugleich letzten Ziel des Weltzukunftsvertrags auf „partnerships for the goals“[11], deren Voraussetzungen ihres Zustandekommens an Hand probater Managementkonzepte erklärt werden können.  Intersektorale Wirkungskonzepte nehmen Bezug auf Leithorizonte und Herausforderungen von Shared-Value-Creation[12], setzen auf ein ausbalanciertes Verhältnis von sozialer und ökonomischer Wertschöpfung und stellen so neue Anforderungen an Strategie und Management von Unternehmen und Organisationen der Zivilgesellschaft.

Während bis in die 2000er Jahre die staatlich induzierte Vermarktlichung des dritten Sektors unter dem Stichwort der Ökonomisierung berechtigt befürchtet und beklagt wurde, blickt der Sektor der NPOs und NGOs heute auf starke Wachstumspotenziale in Kooperation mit Unternehmen. Was in den USA unter Civil Private Partnership verstanden wird, kann als konkretes Modell intersektoraler Kooperationspraxis gelten.[13] In Ermangelung sozialstaatlicher Sicherungsstrukturen, entwickelt sich das gemeinsame Bemühen von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren um soziale Integration, fachliche Qualifizierung und das schrittweise Hinführen von MigrantInnen zum ersten Arbeitsmarkt zu einem gemeinsamen Wirkungsziel. Explizit gibt sich eine solche Policy als gemeinsames Statement gegen soziale Ausgrenzung zu verstehen, die für die Entwicklung von gesellschaftlichen Teilhabechancen für marginalisierte Gesellschaftsgruppen wirbt.

Es bleibt abzuwarten ob eine solche Gesellschaftspolitik von unten sich auch gegenüber der restriktiven Agenda des amtierenden Präsidenten Donald Trump weiterhin bewähren kann. Allenfalls jedoch bieten strategische Themenallianzen (Collective Impact) wertvolle Chancen für zivilgesellschaftliche Organisationen, alternative Wege der Finanzierung zu erschließen. Strategische Investitionen in soziales Unternehmertum (Social Entrepreneurship), das auf der Indienstnahme zivilgesellschaftlicher Ressourcen wie z.B. auf die Zusammenarbeit mit Freiwilligen beruht, scheint auch ein Trend der europäischen Philanthropie zu sein – wie das Entstehen von Finanzierungsagenturen (z.B. „FASE“) und Investmentplattformen (z.B. „Bonventure“) für soziale Innovationen in Deutschland belegt.

Die finanzielle und ideelle Förderung gesellschaftlicher Selbstorganisation, die aus Effizienzerwägungen auch den Eintritt in den Markt nicht scheut, sondern den Mechanismus für die Verwirklichung sozialer Ziele nutzt, stieß zunächst auf scharfe Kritik v.a. seitens traditionell hergebrachter Sozialakteure. Während die Wohlfahrtsverbände, vornehmlich die konfessionellen Organisationen unter dem Dach des Caritasverbandes und des Diakonischen Werkes, jede Prozessinnovation im Sektor zu ignorieren schienen, dürfte der schleichende Verlust ihrer Deutungshoheit in Bezug auf soziale Problemthemen, zur intensiveren Beschäftigung mit Innovationssystemen der Wohlfahrtsorganisationen beigetragen haben.[14] Mit der Entwicklung eigener Social-Start-Ups, wie sie in der Integrationsinitiative  von „magdas Social Business“ als Leuchtturmprojekte ökonomisch effizient und sozial wirksam organisiert werden, hat insbesondere die Caritas Österreich zur Bildung einer neuen Benchmark im Feld beigetragen. Entscheidend dabei: Anhand dieser Beispiele zeigt der diakonische Auftrag der Kirche ein gänzlich neues Gesicht und wirkt über die Skalierung der Projekte vorbildlich in die Sphäre der Wirtschaft.

4. Wirtschaft – Zivilgesellschaft – Kirche

Wenn im besten Sinne von caritas gesprochen wird, muss auch von Kirche gesprochen werden.  Im Kontext zivilgesellschaftlicher Herausforderungen und Anliegen bereichert die Kontinuität der Pontifikate von Benedikt XVI. und Franziskus fortwährend den theologischen Diskurs um zeitgemäße Formen der Wirtschaftsethik.

Im Zuge der Promulgation der Enzyklika „Laudato si’“, rief die Päpstliche Akademie der Wissenschaften 2016 und 2017 die Kommission Ethics in Action ins Leben. Unter der Leitung des US-amerikanischen Ökonomen Jeffery Sachs, seines Zeichens Sonderberater der Vereinten Nationen, skizzierte eine Expertenkommission, bestehend aus Laientheologen unterschiedlicher Konfessionen und Religionen, Soziologen, Ökonomen, und Philanthropen, das Anforderungsprofil einer zeitgemäßen Unternehmensethik. Im Rahmen einer Personen- und Institutionenethik, aber nicht im Sinne einer Wirtschaftstheologie, legte die die Kommission eine Kriteriologie vor, die konkrete Formen der verstärkten Ausrichtung von Unternehmen auf gesamtgesellschaftliche Anliegen thematisiert.[15]

Dass in diesem Zusammenhang insbesondere die Zivilgesellschaft als Bezugs- und Wirkungsfeld modernen Unternehmertums gelten kann, muss die Auseinandersetzung von Theologie und Kirche, auch mit Blick auf die dogmatische Konstitution Lumen Gentium Nr. 4, die auf den Zusammenhang von „Gemeinschaft und Dienstleistung/communio et ministratio“ verweist, nur dringlicher werden lassen.

II. Biographische Notiz

Dr. theol. Ramona Maria Kordesch, M.A., geb. 1986 in Klagenfurt am Wörthersee, ist Theologin und Zivilgesellschaftsforscherin am Leadership Excellence Institute Zeppelin (LEIZ) der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Von 2013 bis 2016 leitete sie die Forschungsstelle „Innovationssysteme der Wohlfahrtsorganisationen“ – ein Kooperationsprojekt mit dem Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Civil Society Center (CiSoC) der Zeppelin Universität. Als Senior Researcher leitet sie seit 2016 den Forschungscluster „Leadership & Civil Society“ gemeinsam mit Prof. Dr. Josef Wieland am LEIZ und gründete 2017 die gem. Stiftung „Societas Futura. Gesellschaft Gestalten“, als Think Tank mit assoziierter Beratungsgesellschaft für mehrwertiges Unternehmertum, in Wien.

[1] Im Rahmen der Reformulierung der Säkularisierungstheorie, führte der US-amerikanische Religionssoziologen José Casanova den Begriff der „Arena“ ein. Er unterscheidet drei Arenen des Öffentlichen: Erstens, die Zivilgesellschaft als selbstständiger Bereich des Menschen und seinen sozialen Beziehungen (Familie). Hinzu tritt die Arena der politischen Gesellschaft, die politischen Parteien wie sozialen Bewegungen integriert, aber auch Sozialakteure und Sozialleistungsverbände umschließt. Die dritte Arena bezeichnet die Regulationsfunktion des Staates selbst, in seiner Definition als freier, demokratischer Verfassungsstaat. Dazu grundlegend: Casanova, José (1994): Public Religions in the Modern World, Chicago: Chicago University Press.; sowie: Ders. (2008): Public Religions Revisited, in: Vries, Hent de: Religion. Beyond a Concept, New York: Fordham University Press, S. 101-119.

[2] Hierzu v.a. Dahrendorf, Ralf (1994): Der moderne soziale Konflikt, Essays zur Politik der Freiheit, Stuttgart: DVA.

[3] Vgl. Habermas, Jürgen (1992): Faktizität und Geltung, Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtstaates, Frankfurt am Main: Suhrkamp. (Um ein Nachwort erweiterte Ausgabe: 1994)

[4] Ders. (1981): Theorie des kommunikativen Handelns, Bd.2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, vierte durchgesehene Auflage, Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 183 und 223ff.

[5] Ebd. S. 489ff.

[6] Vgl. Ders. (1984): Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 565.

[7] Roth, Roland (2003): Die dunklen Seiten der Zivilgesellschaft, in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 16. S. 59-73.

[8] Siehe hierzu auch: Gomez, Peter et. al. (2014): Gesellschaftliche Wertschöpfung als unternehmerische Pflicht, in: von Müller, Camillo, Zinth, Claas-Philip (Hrsg.) Managementperspektiven für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts, Management als Liberal Art, Wiesbaden: Springer. S. 17-26.

[9] Erklärung „Soziale Innovationen in Deutschland“, Version 2.0., S. 3. online abzurufen unter: https://www.h-brs.de/files/erklaerung_soziale_innovationen_fuerd_2_0.pdf, zuletzt am 22.11.2017.

[10] Online abzurufen unter: https://sustainabledevelopment.un.org/post2015/transformingourworld (zuletzt am 22.11.2017)

[11] Vgl. United Nations, Sustainable Development Knowledge Platform, online abzurufen unter:  https://sustainabledevelopment.un.org/?menu=1300, zuletzt: 22.11.2017.

[12] Siehe grundlegend: Porter, Michael E.; Kramer, Mark (2011): Creating Shared Value, in: Harvard Business Review, 89 (1/2). S. 62-67; sowie aktuell: Wieland, Josef (2017): Creating Shared Value; Concepts, Experience, Criticism, Wiesbaden: Springer.

[13] Siehe hierzu weiter: Prinzhorn, Jens (2011): Civil Private Partnership, Kooperationen mit multinationalen Unternehmen aus Sicht von Nonprofitorganisationen, Marburg: Tectum.

[14] Zunächst: Kordesch, Ramona M. (2016): Quo vadis Caritas?, in: Herder Korrespondenz (1/2016) sowie aktuell: Kordesch, Ramona M. (2018): Solidarität stiften in der Zivilgesellschaft, in: Deutscher Caritasverband: Caritas Jahrbuch 2018 (im Druck).

[15] Die sog. „Ten Corporate Commandments“ sind gemeinsam mit der Erklärung der Kommission online abzurufen unter: http://www.endslavery.va/content/endslavery/en/eia/corporations.html, zuletzt am 22.11.2017.

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